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  home rennbericht 'powerman alabama'    
   
     
 

 

 

 

 

resultat naja, erlebnis top

nachdem ich im letzten jahr den powerman alabama schon fast fix eingeplant hatte und später doch auslies, entschied ich mich in diesem jahr fast etwas spontan für das rennen in übersee. einen platz in den top6 hatte ich angestrebt, einen 9. rang war das ergebnis,- plus meine erste zeitstrafe. bei meinem ersten usa-trip erlebte ich tolle sachen, was mein abschneiden am rennen selbst fast vergessen lässt.

anreise, donnerstag 12.04.

wegen der langen anreise, möglichen probleme mit dem gepäck und nicht zuletzt weil ich zum ersten mal nach amerika gereist bin, flog ich schon am donnerstag in die usa. zum ersten mal in einem grösseren flieger (767-300er, die aber nicht mal zu 25% besetzt war!) gings von zürich nach altlanta. auf dem grossen flughafen fand ich nicht nur mein gepäck und das velo gleich wieder, sondern auch den anschlussflug nach birmingham. dort liefs weiterhin gut, denn wiederum kamen meine gepäckstücke mit und das tollste war, dass der shuttle-bus vom hotel schon bereit stand. denn noch vor meiner abreise nahm ich kontakt auf mit meinem zimmerkollegen billy edwards (kommt aus boulder, colorado), der hier vor ort schon mal die letzte reise zum hotel organisiert hatte. wir bezogen eine art appartment, natürlich ganz im grosszügigen amerika-stil. nach einem nachtessen gings dann endlich ins bett,- ortszeit hier 21.30 uhr. (schweizerzeit 04.30 uhr). das war ein langer tag...

trainingstag, freitag 13.04.

puh, was essen denn die amis zum frühstück. igitt, da gabs nur so haferschleim-zeug, gebratener speck..., von einem stück brot oder einem joguhrt fehlte jede spur. so ging ich dann gleich lieber in den gegenüberliegenden supermarkt (soll ein kleiner gewesen sein nach billy, aber der war riesig..) und kaufte mir ein pack danone-joguhrt und cornflakes. was anderes gabs nicht im europäischen frückstück-stil.

noch vor dem mittag drehten wir eine laufrunde auf dem rennkurs, da dieser nicht weit vom hotel entfernt lag. so lernte ich gleich mal die fussgänger-unfreundlichen strassen kennen, keine fussgängerstreifen, keine trottoirs. da der laufkurs eher auf quartierstrassen verläuft, war das eine 'ungefährliche' angelegenheit. am nachmittags gings dann aufs velo, wiederum auf streckenbesichtigung. die strecke verläuft auf einer doppelspurigen hauptstrassse, alles sehr wellig bis coupiert. aber ich hatte das gefühl, dass die strecke recht 'schnell' ist. die 'südstaatler' sind wohl nicht sehr vertraut mit radfahrern, staunende und fragende blicke waren an der tagesordnung.

nach einem doch recht schönen und warmen tag gings am abend ins gleiche restaurant wie am vortag. es ist ein ketten-restaurant namens 'olive garden'. da gibts den salat gratis dazu und wenn du deine cola zur hälfte ausgetrunken hast, dann bringen sie dir einfach eine weitere gratis,- oder so viele du willst! das essen war nicht schlecht, aber auch nicht sehr gut...

tag vor dem rennen, samstag 14.04.

die wetteraussichten aufs wockenende waren schon vor meiner abreise nicht sehr rosig, als ich dann nach dem aufstehen den wetter-tv-kanal eingeschaltet hatte, bekam ich ja fast 'angst'. denn es gab diverse tornado- und schlechtwetter-warnung für den staat alabama. vorallem am nachmittag sollte man lieber zu hause bleiben, hat die wetterfee gesagt. klingt doch recht gefährlich, oder? billy erklärte mir dann, dass das alles sicher halb so schlimm sei wie die das sagen. genau so wars dann auch, einzig der normale regen und stärkerer wind trat am nachmittag ein. doch dann hatte ich meine lockeren 30' auf dem velo und 15' im laufen schon hinter mir,- sozusagen im trockenen. im späteren nachmittag war dann noch das obligatorische race-briefing. ungewöhnliche draftingregeln wurden erklärt...

renntag, sonntag 15.04.

bbrrr, es war richtig kalt an diesem morgen. dick eingepackt gings mit dem shuttle-bus zum start-ziel-gelände. dort den zeitmess-chip fassen und ab zum body-marking?! genau, hier in den usa muss man sich sogar bei einem duathlon die startnummer und kategorie aufmalen lassen an armen, waden und beinen,- das nebst der üblichen startnummer, die man vorne dran am bändchen trägt. da es doch recht kalt und windig war, entschied ich nebst dem üblichen ärmellosen trisuit für ein langes thermounterhemd und lange fingerhandschuhe. um 07.30 uhr wurden wir pro-athleten alleine auf die strecke geschickt, die alterklassen folgten rund 15min später. so waren wir nicht sehr viele leute, dafür hatte es ein paar sehr gute athleten am start. für amerika war der powerman das quali-rennen für die kurz-/und lang-wm. am schluss sollten die ersten 6 plätze von 6 triathlon-profis belegt werden! jedenfalls gings zuerst einwenig den berg hoch, suchte meinen rythmus und verlor gleich mal ein paar meter auf die grössere gruppe. es lief ansprechend, leider hatte ich schon ziemlich harte oberschenkel von der kälte. bis zum wechsel verlor ich etwas über eine minute auf diese gruppe, war aber somit noch in schlagdistanz. auf dem rad gab ich dann gleich vollgas, um vielleicht den anschluss zu schaffen an ein paar schnelle jungs. es gelang mir auch auf der ersten meile, den abstand recht zu verringern. nach etwa 8 fahrminuten fuhr ich dann ca. 50m hinter josh beck, auf der gleichen linie wie er (also am strassenrad). da kam gleich ein motorrad angerauscht mit dem marshall drauf und hat mich gestoppt. was hab ich gemacht? 50m ist doch kein windschattenfahren? schon was gehört von staggering? ne, gibts auch nur in den usa. drafting kennen wir ja in europa, also das direkte windschattenfahren. staggering bedeudet, dass du nie auf der gleichen linie wie dein vordermann fahren darfst, sei er auch 50 oder 200m vor dir. ich habe natürlich im rennfieber diese doch recht ungewohnte regel komplett vergessen (war mir dies aber noch beim race-briefing bewusst, dass ich das nicht dürfte..) und kassierte gleich mal eine 2min stop-and-go strafe. die gruppe war weg, meine beine kalt wie sau, der schwung vor dem hügel draussen, meine motivation am 'leiden'... . zurück im sattel sah ich dann vor dem wendepunkt, wieviel ich eigentlich mit diesen 2min verloren hatte. auf dem zweiten teil der radstrecke konnte ich dann wenigstens noch die ganz schnellen läufer überholen und lag so in den top10. vorne waren sie weg, hinten war keiner zu sehen. da ich meine finger (trotz warmen handschuhe-> halt bei 5°C, z.t. leichtem regen und starkem wind) nicht mehr spürte, war ein 'schlechter' wechsel abzusehen. radschuhe ausziehen auf dem rad war unmöglich, sogar im stand hatte ich grosse mühe, die schnallen zu öffnen. verzweifelt versuchte ich danach auch das helmbändchen zu öffnen, puh, es trieb mich fast in den wahnsinn. so was habe ich noch nie erlebt bei einem wechsel. aber irgendwie wars mir dann auch egal, wollte wenigstens einfach noch meinen 9. rang nach hause laufen. dies tat ich dann auch, mit halbgas. denn mit einem tollen 2. lauf, dafür mit schmerzenden beinen, hätte ich nicht mal mehr ein paar lorbeeren mehr verdient. holland war da schon einwenig im hinterkopf... . über die warme kleidung und den 'hot dog' nach dem rennen habe mich dann viel mehr gefreut als über meine leistung/resultat. aber ich 'verschmerzte' es doch recht schnell und freute mich schon über den freien nachmittag und abend, welche ich natürlich noch ausnützen möchte, um einwenig mehr von amerika zu sehen als nur die flughäfen und highways:-)

nach dem rennen, sonntag nachmittag bis dienstag 15.-17.04.

am nachmittag gingen wir zuerst um 13.00 uhr an die kleine siegerehrung. danach wollten wir uns die einstündigen zusammenfassung von paris-roubaix anschauen. im späten nachmittag fuhr uns dann der shuttle-fahrer james (schwarzer südstaatler mit extrem nuschelnder aussprache, dagegen klingt billy gleich hell und klar..) in die 5-points von birmingham. dort gabs restaurants, pubs und viele viele kirchen. tim'n tuck hies unser auserwähltes barbecue-restaurant. zu essen gabs rippchen, truthahn, zutaten, sweet-tea und zum abschluss noch ein amerikanisches bier. essen war gut und üppig... . noch vor mitternacht gings dann wieder zurück ins hotel.

am montag war dann wieder ein langer reisetag. um 9.45 uhr gings los an den flughafen von brimingham, von dort in 27 flugminuten nach atlanta, welcher ja der grösste flughafen der welt ist. ca. 950'000 starts und landungen pro jahr, ich kam mir vor wie in einem ameisenhaufen an diesem flughafen. da der präsident vom powerman zofingen, stefan ruf, auch noch nach alabama gekommen ist zwecks werbung, konnte ich mit ihm auf den heimflügen die zeit einwenig verkürzen. nach 9 weiteren flugstunden bin ich dann am 8.00 uhr am dienstag in zürich gelandet. den koffer und das velo kam auch an, wiederum unbeschadet. ich war froh, dass nun auch noch die heimreise so gut geklappt hat.

fazit:

erfolg und misserfolg, man muss mit beiden leben können. sei es das nahe heimrennen oder ein wettkampf, der wie der powerman alabama mit viel reiserei und zeitaufwand verbunden ist. ich kanns gut verschmerzen, dass es etwas anders gekommen ist als geplant. rangmässig muss ich aber eingestehen, dass ich zwar bei einer sehr guten leistung eher näher an die top 6 herangekommen wäre, aber sicher keinen 'gepackt' hätte. dementsprechend ist der rang ok, aber nicht meine leistung,- schon gar nicht meine zeitstrafe. die kommenden rennen werden dann etwas mehr aufschluss geben, wie förmig ich wirklich bin.

schon gewusst?

silvio guerra. ein läufer als ecuador. er kam auf den 10. rang beim powerman, mit laufbestzeiten im 1. und 2. lauf. ich war mit ihm ein paar mal unterwegs am abend, da diskutierten wir einwenig und es kommt am schluss heraus, dass er schon mal 2. geworden ist beim harten boston marathon (dafür kriegte er übrigens 40'000 USD) mit einer zeit von 2°09'. seine bestzeit über 5'000m liegt bei 13'30'', 10'000m bei 27'47'' und momentan ist er immer noch ziemlich 'förmig', will den anstehenden london marathon in 2°13' laufen. noch fragen? ach ja, ernährungstechnisch isst er verhältnismässig zu seinen weltklasse-leistungen nicht gerade top. hot dog oder panierte und frietierte sachen (siehe photo), kein problem bei ihm, für mich übrigens auch nicht...:-) laufe aber auch 'etwas' langsamer als er...

mein zimmerkollege billy edwards übt seit 2 jahren triathlon als ein 'professional' aus, arbeiten daneben nichts. im gegenteil, er investiert sogar ziemlich in seine sportliche zukunft, sein trainer ist scott molina. zu seinem freundeskreis zählen simon lessing (der soll bei den gemeinsamen lauftrainings ab km0 so richtig abgehen, was die 'mitlaufenden' natürlich nicht immer lustig finden. sogar silvio guerra hat über ihn 'geklagt'..), michael lovato und die ironwomen joanna zeiger und desiree ficker, allesamt residieren wie er selbst in boulder.

resultate: >>>

 

rennphotos_org.

   

sonstige_jb.be

 

around_renndaten

schuhe: 1.lauf: asics ds trainer ; 2.lauf scott makani
   
radmaterial: laufräder: campi bora und zipp scheibe
   
  übersetzung: 50/38 - 23/11
   
distanz: 8-53-8km, alles coupiert
   
wetter 5°C, stark bewölkt, teilweise leichter regen, starker wind

 

SRM_daten

fahrzeit: 1° 27' 05''
   
distanz: 53.0 km
   
avg: 36.3 km/h
   
leistung: 291.7 watt

alle daten ohne wechselzone (schieben usw.), nur reine fahrdaten auf dem rad!

 

 

   
       
   
         
   
    © 2003 Jonas Baumann
RiesenGrossenDank an LukasBaumann!