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  home rennbericht 'american zofingen, new paltz (usa)'    
   
     
 

 

 

 

 

der weg zum jumbo hot dog

wer meint, er habe mit dem powerman zofingen den härtesten duathlon bereits im sack, der muss nun halt über den grossen teich, um die nächste härtestufe des duathlons zu erleben! es war wahrlich ein knüller, ohne energie in den beinen sogar eher ein killer. es war mein schönster und erlebnisreichster duathlon-trip, der 3. rang täuscht etwas über meine erbrachte leistung hinweg, aber ich war nicht eine sekunde lang enttäuscht, war doch das drumherum bei den amis einfach super.

kurze vorgeschichte:
eigentlich hab ich mir ja geschworen, nach dem pm alabama im letzten jahr nicht so schnell wieder nach amerika zu gehen. nun ja, knapp 1.5 jahre später war war ich also schon wieder auf dem weg dorthin. im sommer kam mir die idee, zum saisonfinale mir noch den american zofingen aufzubürden. hab dann alex mal ganz kurz gefragt, ob er auch lust dazu hätte, 5sec später kam gleich die zusage. das rennen hatte seine erstaustragung im jahr 2004, wo sich gerademal ca. 15 duathlonverrückte auf diese strecke wagten. damals hatte john mcgovern einfach die idee/inspiration, einen ähnlich harten duathlon zu veranstalten wie der berühmte powerman zofingen. die amerikanischen athleten sollten die gelegenheit haben, sich an einer solchen langdistanz im eigenen lande zu versuchen, ehe sie den weiten weg nach zofingen in die schweiz auf sich nehmen. die teilnehmerzahlen gingen verhältnismässig stark nach oben, in diesem jahr sollten sich knapp 100 athleten auf die langdistanz wagen. ein beträchtlicher zuwachs eines duahtlonanlasses. die idee fand ich super und bin immer für neue duathlonabenteuer zu haben, kurze zeit später hatte ich email-kontakt mit john und mit alex ein reisegspänli dabei...

und zack bist du drüben (mittwoch):
das duathlon-reisli führte uns anfangs mit dem direktflug nach newark, dort mussten wir zuerst mal kurz erklären, dass wir keine bombenleger sind, sondern nur einen klitzekleinen duathlon machen wollen und uns dort wahrscheinlich selbst die beine explodieren werden... . weiter gings mit einen praktisch niegelnagelneuen dodge-van ca. 160km nördlich von new york hinauf nach kingston. dort durften alex und ich in einem grossen, aber eher altertümlichen haus (zweitwohnsitz von john, dem rennorganisator) über die ganze zeit hausen. nach einem grossen einkauf in einem dementsprechenden einkaufscenter gings dann ins bett. obwohl, zuerst musste ich mich noch warm anziehen mit running-tights und ganzem trainingsanzug. es war saukalt im haus, da ungeheizt, grosse räume und vor unserer ankunft zwei jahre praktisch unbewohnt.

 

unterwegs auf den strassen (donnerstag):
heute gings auf die radstrecke, dabei mussten wir zuerst aber noch 40min mit dem auto zur wettkampfstrecke fahren. autofahren in amerika ist viel relaxter als in der schweiz, man hat breitere strassen und vorallem keine drängler oder raser (da anscheinend viel härtere gesetzte als bei uns..). die radstrecke führt in einen schönen, stark bewaldeten naturpark, wo man wandern, klettern oder zb ein picnic machen kann. die strassen waren verkehrsarm, zum radfahren gings super gut (ganz im gegensatz damals zu alabama auf einem highway..). wir machten zwei radrunden à 44km und mussten feststellen, dass der kurs eigentlich keinen flachen meter hat. pro runde gabs zwei längere anstiege, der rest war stark wellig. die erste runde legten wir in 1°38' und die zweite in 1°35' zurück, was uns beiden eigentlich nicht sehr zügig vorkam, hochgerechnet auf das rennen waren wir somit zuversichtlich eine gute zeit fahren zu können.

   

 

wanderwege hinauf und hinab (freitag):
wir wurden schon vorgewarnt, dass die laufstrecke ziemlich hart sein würde. das wollten wir natürlich noch vor dem rennen genau erkunden. um überhaupt die laufstrecke besichtigen zu können, mussten wir wie jeder andere (wanderer, kletterer etc.) ein ticket zu 9 dollar lösen als eintritt in den naturpark. dann gings also los, mit dabei in der hand eine etwas farbige und verwirrende laufkarte von john. schönste trails passierten wir: versetzt mit wurzeln, steilpassagen, kleinen brücken, über bretter durch moorige passagen, treppen und über steine führten die wege. zum trainieren ein traum, es hat spass gemacht zum laufen. die vielen höhenmeter waren aber schon da zu spüren... . nach dem lauftraining gings nochmals auf eine gaaanz lockere radrunde. am abend bekamen wir dann von john den tipp, zum shoppen ins woodberry-dörfchen zu fahren, es sei ja nur gerade 1h mit dem auto bis dahin. für amerikanische verhältnisse anscheinend einen klacks, aber wir beide kamen schon kurz ins grübeln, ob sich das lohnt für uns. schliesslich hüpften wir dann trotzdem ins auto, wir waren ja nun in amerika und sollten wenigstens ein paar mal auch so denken wie die amis... . dieses riesige shopping-dörfchen war super, für uns europäer gabs die meisten bekannten artikel zum schnäppchenpreis. die levis-jeans für 29 dollar, das nike-shirt für 15 dollar oder die oakley-brille für keine 150 dollar. ich hab somit doch ein paar male die kreditkarte gezückt;-)

 

 

hawaii heute, amzof morgen (samstag):
in der nacht sind kevin und annie aus cleveland im haus eingetroffen. mit ihnen beiden gings dann am nachmittag lockere 40min aufs rad, danach holten wir noch die startnummer ab im radladen (auf einem abgelegenen hügel) von john . er verkauft wahrscheinlich jedem radfahrer der ihn oben mit dem velo besuchen kommt immer gleich auch ganz kleine übersetzungen, die strasse führt nämlich so steil hoch, da hat er gleich ein gutes verkaufsargument;-) nach viel relaxen und einem kurzen autotrip über den hudson river (wow, der ist ja riesig..) gings mit dem pro-triathleten greg in ein internet café, wo wir dann das hawaii-rennen live mitverfolgten. nachdem ronnie und mathias zugeschlagen haben, sind wir dann mal ins bett geschlüpft, schliesslich sollte es morgen früh schon los gehen.

 

das rennen (sonntag):
knapp 100 athleten waren angemeldet, aber irgendwie kamen dann trotzdem nur ca. 60 zum start. selbst john konnte sich das nicht erklären... . naja, alex und ich waren sicher die favoriten, daneben hätte es aber doch noch ein paar zähe kerle, warnte uns john. nach dem start gings eher gemütlich los, nach dem ersten singletrail hoch zog ich das tempo etwas an. nur ein junger athlet konnte folgen. mit ihm zusammen gings flott weiter. eine schrecksekunde gabs bei der letzten bergabpassage, als ich mit dem linken fuss umknickte und kurzzeitig nicht mehr draufstehen konnte. ups, aufpassen, versau dir nicht gleich so das rennen, sagte ich mir. etwas später konnte ich wieder voll belasten, erst am abend sollte ich das fussgelenk wieder schmerzend spüren... . mit knapp über einer minute vorsprung auf die weiteren athleten konnte ich als erster aufs rad hüpfen, den ersten steilen berg hoch suchte ich einen guten rythmus. nach ca. 15km konnte ich alex in einer steigung hinter mir erkennen, ich wartete auf ihn. von da an gings zusammen weiter. wir legten ein flottes tempo vor, nach zwei runden waren wir sogar nahe dran an josh beck's superzeit vom letzten jahr. doch dann, gleich zu beginn der 3ten runde ging absolut, wirklich gar nichts mehr. an der steilsten stelle musste ich alex davonziehen lassen. ich erholte mich sehr langsam, musste weiter drosseln und überhaupt die schwere radstrecke zu meistern. ich glaubte aber noch an den 2. lauf, schliesslich hatte ich schon ein positives erlebnis mit dem berühmten 2. schnauff im 2006. mit knapp 10min rückstand kam ich an zweiter stelle liegend in die wechselzone. ich gings ruhig an, schliesslich waren noch 25km trailrunning vor mir. doch schon beim ersten singletrail hoch ging gar nichts mehr, "das wandern ist des müllers lust", super, auch so komm ich ins ziel;-) wieder zurück im laufschritt musste ein baumstamm übersprungen werden, das war dann zuviel für meine mukis, in beiden beinen krämpfe, warten, dann wieder weiter.... . um mich hier etwas kürzer zu fassen: die ersten beiden laufrunden waren scheisse, ich hatte null energie und kraft, wurde auf den 3. zwischenrang verdrängt. erst auf der letzten runde gings wieder etwas besser und ich konnte doch noch eine versöhnliche runde im 2. lauf machen, ohne krämpfe oder lange gehpassagen. so erreichte ich das ziel auf dem 3. rang. ich war glücklich im ziel zu sein, aber nicht wirklich happy mit meiner leistung. alex hatte aber eine bombenleistung gezeigt, selbst im 2. lauf hatte er allen den meister gezeigt. der streckenrekord war somit ein zeichen für seine tolle leistung, ich hab mich für ihn gefreut! john hat uns natürlich anschliessend im ziel gefragt: "und, wie wars? ist das rennen nun härter als der pm zofingen?" wir beide mussten nicken, das rennen ist extrem hart, aber halt auch extrem schön. in ganz guter errinnerung bleibt uns sicher auch die laufstarke unterstützung der amis, zig-mal kamen wir folgende sprüche zu hören: "you're looking good", "keep on going" und natürlich der klassiker "good job"!
ich spürte, dass ich das rennen nicht von a-z mit voller energie machen konnte, ich fühlte mich zwar müde, aber meine mukis waren noch ok und ich konnte sogar noch zum auto joggen. ein zeichen dafür, dass ich mir einfach der saft gefehlt hatte für einen guten zweiten lauf. ich hatte aber trotz all dem ein lächeln im gesicht, das ziel erreicht zu haben und diesen tollen anlass und vorallem diese harte strecke bewältigt zu haben! nicht immer steht der erfolg an 1ter stelle!

 

von der prärie in die metropole (montag):
am morgen packten wir unsere sieben (oder auch etwas mehr..) sachen in unseren dodge-van und brausten ins billige hotel direkt neben dem airport von newark. am späten nachmittag gings dann mit dem zug nach manhatten zur penn station. die steile treppe hoch und schon staunte der joni nicht schlecht. potzblitz, die häuserschluchten, die vielen leute und der verkehr war krass. wir hatten absolut keinen plan für das was wir hier machten wollten. als wir aber gleich die vielen eishockey-fans sahen vor dem madison square garden, da waren wir uns gleich einig. wir kauften wohl die zwei letzten tickets (à 72.5 dollar) an der abendkasse und schon eine stunde später gings los mit der show. ganz amerikanisch schnappten wir uns einen riesigen hot dog und taten so, als wären wir schon ewig ny rangers fans;-) nach dem spiel raus, da erblicken wir das empire state building. da gehen wir rauf, sicherlich super in der nacht mit dem lichtermeer. in 70 sec gings mit dem lift hoch auf über 300m (keine ahnung wie hoch es wirklich war, aber es war schon ziemlich hoch;-)). das panorama war phantastisch. als wir dann davon redeten, was wir noch in der nacht besichtigen könnten, erblickten wir einen ganz hellen ort in den häuserschluchten. das musste wohl der berühmte times square sein, da gehen wir hin. so wars dann auch, ein ort wo die nacht zum tage wird. um 02.00 uhr waren wir dann wieder zurück im hotel.

 

new york bei tag, naja (dienstag):
nach wenig schlaf gings erneut in die city. diesmal mit dem hotel shuttle, doch der morgenverkehr war grauenhaft, fast 1.5h sassen wir im auto, vielleicht für ca. 30km. anschliessend gings mit der subway einiges schneller als wir nach downtown manhatten fuhren. dort erhaschten wir einen kurzen blick auf die freiheitsstatue, die wall street und machten einen vorbeimarsch am wohl kuriosisten ort der welt, dem ground zero. ich glaube es gibt keinen anderen ort auf der welt, welcher tausende von leute anschauen wollen, wo aber ja gar nichts mehr ist respektive steht. etwas fotografieren was gar nicht mehr zu gegend ist, naja, das ist schwierig. schon bald musste wir dann in richtung flughafen, mietauto zurück geben, gepäck einchecken (radtransport war sogar gratis!!!) und warten bis der flieger ready ist. der flug zurück ging schnell vorbei, sprichwörtlich wie im fluge.

   

 

fazit:

das rennen selbst war super, ich würde sofort wieder hingehen. wir fühlten uns wohl bei den amis, sie waren gastfreundlich, offen und stets neugierig zum plaudern. der gesamte trip war perfekt, ich hatte eine tolle zeit mit alex und habe viel neues erlebt und gesehen.

 

resultate: >>>

 

around_renndaten

schuhe: 1.lauf und 2. lauf: etonic tayu
   
radmaterial: laufräder: campi eurus
   
  übersetzung: 53/39 - 29/13
   
distanz: 8-135-25 km, rad und laufen bergig, im laufen trails
   
wetter morgens kühl, nachmittags angenehm 6-20°C

 

 

   
       
   
         
   
    © 2003 Jonas Baumann
RiesenGrossenDank an LukasBaumann!