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  home rennbericht 'ITU Langdistanz WM, Dänemark'    
   
     
 

 

 

 

 

1. WM auf dem 14. rang

dank der erreichten wm-quali in holland durfte ich nun an der itu langdistanz wm in dänemark teilnehmen. ein 'höhepunkt' meiner sportlichen laufbahn, das stand schon vor dem rennen fest. das wetter war am wettkampf-tag ziemlich garstig: starker wind, kühle temperaturen und teilweise regen. in einem hochkarätigen feld kämpfte ich mich bis über die ziellinie und erreichte mit dem 14. rang ein tolles resultat. meine persönliche leistung hätte zwar besser sein können, aber insgesamt darf ich recht zufrieden sein.

anreise, donnerstag 25.5.

eigentlich wollte die gesamte schweizer delegation, bestehend aus jacqueline übelhart, annina berri, david senn und dem delegationsleiter und 'chef' dominik pürro, gemeinsam die reise nach dänemark antreten. leider aus logistischen gründen musste ich schon am donnerstag abend alleine den trip antreten. mit dem flugzeug gings via amsterdam nach billund, einem kleinen flughafen in der nähe vom wettkampfort feredericia. leider ist mein velokoffer am zielflughafen nicht eingetroffen, anschliessend fehlte auch das organisierte taxi. naja, irgendwie schaffte ich es dann doch noch bis knapp vor mitternacht ins hotel. hundemüde gings ohne auspacken direkt ins bett.

pre-race-tag-I, freitag 26.5.

da ich ja das rad noch nicht hatte, begab ich mich vor mittag auf besichtigungstour in den laufschuhen. das hotel liegt keine 200m entfernt vom start-ziel-gelände. so war ich schnell auf der rennstrecke vom 1.lauf. der kurs ist extrem schön ausgelegt, zuerst durchs städtchen, danach über parkwege zurück. anschliessend legte ich mich nochmals aufs ohr, war immer noch recht müde. um 15.00 uhr traf dann endlich mein 'göpel' ein. also schnell zusammenmontieren und auch noch die radstrecke besichtigen. das wetter war recht angenehm, so ca. 15°C und sonnig/bewölkt. auch der radkurs (wendepunktstrecke auf eine halbinsel) ist super schön. nie ganz flach, immer wellig. der wind bläst einem aber schon ins gesicht. dafür gibts herrliche aussichten aufs meer und die ländliche umgebung. also ich dann zurück kam ins hotel, trafen gleichzeitig die anderen ch-athelten ein. so gings dann am abend zum ersten mal in kompletter anzahl zum nachtessen.

pre-race-tag-II, samstag 27.5.

heute präsentierte sich das wetter schon eher von der trüberen und kühleren seite. um 11.00 uhr gings zum elite-briefing in einer halle,-brrrr, alle waren wohl froh, als es endlich fertig war und man zurück ins wärmere hotelzimmer gehen konnte. wir zogen allerdings gleich die veloklamotten an und begaben uns auf die radstrecke, für die anderen ja zum ersten mal. nach dieser lockeren 1h-fahrt gabs mittagessen und nachher die giro-etappe zum kucken im tv. am abend war dann 'beine hochlagern' angesagt, aussert einem erneuten carbo-loading gabs nichts mehr spannendes. lichter löschen war um 22.15 uhr im zimmer senn/baumann...

race-day, sonntag 28.5.

nun wars also soweit, mein erster wm-start ist nur noch ein paar stunden weg. ausgeschlafen bin ich, material alles ok! beim frühstück gabs zum glück im hotel wiederum mein geliebtes nutella, puh, so kann nichts mehr schief gehen:-) das wetter war heute extrem kühl und nass, der starke wind machte da das ganze nicht einfacher. wir konnten schon frühmorgens den agegroupe-athleten (start 07.00 uhr!!) beim vorbeirauschen vor dem hoteleingang zukucken und erkennen, dass das heute schon nur des wetters wegen kein zuckerschlecken werden sollte. nachdem ich das velo eingecheckt hatte in der wechselzone verzog ich mich nochmals aufs hotelzimmer und musste so erst 25min vor dem start nach draussen gehen. noch kurz einlaufen und dann einreihen am start. na gut, einreihen musste ich mich gar nicht, stellte mich einfach mal zuhinterst an, auch da geht die post genügend schnell ab...

1. lauf: hier galt es 3x 5.2km zu absolvieren in welligem terrain, 3/4 auf asphalt, der rest auf parkwegen. ich probierte mir den italiener nascimbieni als 'häschen' zu schnappen (er lief in holland 1min schneller im 1.lauf als ich). so gings doch flott über die 1.runde. ich hatte nicht unbedingt das gefühl, anschlag zu laufen. doch in der zweiten runde verkrampfte (bauchgegend) ich mich und konnte einfach nicht mehr locker laufen. das 'häschen' war schnell weg, von hinten kamen neue hinzu. ich konnte allerdings nicht anhängen und verlor rang um rang. ich fand keinen rythmus mehr und murgste dann den 1.lauf auf dem 37.rang in die wechselzone, rund 1-2min hinter meinen 'vorstellungen'.

radsplit: wellige wendepunktstrecke über 3x30km mit viel wind und einer nicht zu unterschätzenden topographie. strassenbelag sehr gut. während es auf dem vorlauf trocken war, fings nun an zu regnen. 10°C, regen und wind = sauwetter! oben rum hatte ich ein langes funktionsunterhemd an, sonst nichts. noch vor dem wendepunkt auf der ersten runde hatte ich klamme finger und etwas gefühlslose knie. ich probierte aber locker zu bleiben und die behindernde verkrampfung in der bauchgegend lies zum glück nach. stetig, wenn auch nur wenige (ist ja klar bei einem reinen elite-feld) athleten konnte ich auf- und überholen. auf der zweiten runde hörte es dann auf zu regnen, jedoch verlor ich irgendwie den flüssigen tritt. so fuhr gleich zu beginn der 3.runde mein kollege (wenn auch deutscher..:-)) retzlaff auf. seine motivierenden worte fanden anklang bei mir und dank seiner 'unterstützung' fand ich wieder zurück ins rennen. rund 2km konnte ich mich hinter ihm 'erholen' und nachher vorne selber die pace übernehmen. athleten, welche nicht über eine ausreichende substanz verfügten, mussten auf der 3.runde (km60-90) schwer dafür büssen. ich und retzlaff zum glück nicht, im gegenteil, ich bekam auftrieb und fast wieder freude am 'quälen'. so wechselte ich an 17. position (zahlreiche top-athleten wurden opfer der 'kälte', von pannen oder der fehlenden substanz..) auf den schlusslauf. srm-daten ok, aber nicht top. aber diesmal war auch die distanz länger als zb beim pm holland und das wetter extrem, das so als 'ausrede':-)

2. lauf: 2x 3.75km, welliger stadtkurs, alles asphalt. der anfang war brutal. spürte meine füsse nicht mehr, ich stampfte wie mit betonklötzen herum. doch noch beim wechsel überholte ich retzlaff, danach eine franzosen. kurz vor mir ein italiener. die erste rund fand ich einen sehr guten rythmus, der abstand zu ihm blieb aber konstant. während wir auf der 2. runde noch einen weiteren athleten überholen konnten, kam ich an diesem italiener einfach nicht vorbei. ich konnte mich irgendwie einfach nicht genügend quälen, vielleicht fehlte auf einfach der nötige saft, um die 10 sec aufzuholen. die zweite runde war dann eher eine 'langsamere'. naja, so kam ich dann als auf dem 14. rang ins ziel. ziemlich happy, dass ich es nun geschafft habe.

heimreise, montag 29.5.

nachdem wir am sonntag abend nach der siegerehrung noch die zwei super resultate von übelhart (6. rang) und senn (8. rang) 'gefeiert' hatten bis um 01.00 uhr, war die stimmung beim frühstück demensprechend etwas müde. nach dem koffer packen gings schon um 12.45 uhr wieder in richtung heimat los. diesmal mit allen koffern und zum glück nicht alleine. nach einer reibungslos organisierten reise vom schw. verband war dann der wm-trip um 21.30 uhr mit der ankunft zu hause beendet.

fazit:

ein tolles erlebnis. die wm ist ja DER anlass schlechthin einer sportart, deshalb ist ja auch schon nur meine mögliche teilnahme an der elite-wm als 'erfolg' zu taxieren. insgesamt bin ich richtig happy mit dem 14.rang, an diesem tag lag einfach nicht mehr drin. aber zurückschauend bin ich mit meiner persönlichen leistung (vorallem 1. lauf) nicht wirklich zufrieden. ich spürte auch selber, dass meine leistungskurve über den letzten monat hinweg einwenig abwärts zeigte. so oder so, ich bin nun über eine glückliche, erste wm-erfahrung reicher,- das zählt! für alles andere habe ich noch ein paar jahre...

 

resultate: >>>

 

photo_vor dem rennen

 

photo_rennen

 

 

photo_nach dem rennen

   

 

around_renndaten

schuhe: 1.lauf: asics ds trainer ; 2.lauf asics ds racer (grün)
   
radmaterial: laufräder: campi bora vorne, zipp scheibe hinten
   
  übersetzung: 53/39 - 25/12
   
distanz: 15.6-88.3-7.5km (alles wellig)
   
wetter 10-13°C, stark bewölkt / regen / starker wind

 

SRM_daten

fahrzeit: 2° 23' 02''
   
distanz: 88.1 km
   
avg: 37.0 km/h
   
leistung: 286.8 watt (schnitt über die 3 runden)
   
  1. runde: 293.6 watt
  2. runde: 286.4 watt
  3. runde: 280.6 watt
   
trittfrequenz: 82.9 (schnitt)

alle daten ohne wechselzone (schieben usw.), nur reine fahrdaten auf dem rad!

 

Diagramm I:

2-D Diagramm. Leistungskurve über die 88.1 km.

 

Diagramm II:

2-D Diagramm. Leistungsverteilung in min über die gesamte Strecke/Fahrzeit.

 

Diagramm III:

3-D Diagramm. Leistungverteilung in Abhängigkeit der Trittfrequenz, prozentual zur Gesamtzeit über die gesamte Strecke.

 

   
       
   
         
   
    © 2003 Jonas Baumann
RiesenGrossenDank an LukasBaumann!